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Rodolfo Graziani
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Rodolfo Graziani, Markgraf von Neghelli (* 11. August 1882 in Filettino, Provinz Frosinone; † 11. Januar 1955 in Rom) war ein italienischer Marschall, faschistischer Politiker und Publizist. Als fĂ€higster und zugleich berĂŒchtigtster Kolonialoffizier des faschistischen Italien steht sein Name symbolisch fĂŒr die schwersten Kriegsverbrechen des Mussolini-Regimes auf dem afrikanischen Kontinent.

Aus kleinbĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen in Mittelitalien stammend, stieg Graziani wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs zum jĂŒngsten Oberst des königlich-italienischen Heeres auf. Als erfolgreicher TruppenfĂŒhrer profilierte er sich danach auch in Italiens kolonialen Eroberungs- und Vernichtungskriegen in Libyen (1922–1932) und Äthiopien (1935–1937). Er wurde zum General und schließlich zum Marschall befördert und galt als eine Ikone des faschistischen Regimes. Bei den unterworfenen Völkern Nord- und Ostafrikas hingegen erwarb sich Graziani aufgrund seiner rĂŒcksichtslosen BrutalitĂ€t einen Ruf als „SchlĂ€chter“, der an fĂŒhrender Stelle verantwortlich war fĂŒr Massaker, GiftgaseinsĂ€tze, TodesmĂ€rsche, Deportationen, Konzentrationslager und Völkermord. WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges befehligte er 1940/41 den italienischen Angriff auf Ägypten, der jedoch desaströs scheiterte und ihn bei der FĂŒhrung in Rom in Ungnade fallen ließ.

Als einziger italienischer Marschall kollaborierte Graziani auch nach dem Sturz Mussolinis weiter mit dem „Dritten Reich“. Er schloss sich der faschistischen Italienischen Sozialrepublik (RSI) an und war von September 1943 bis April 1945 deren Kriegsminister. Als solcher mobilisierte er italienische Soldaten und ließ Kriegsdienstverweigerer hinrichten. Nach der deutsch-italienischen Kapitulation in Norditalien im April 1945 war er zunĂ€chst US-amerikanischer Kriegsgefangener, wobei sowohl das Kaiserreich Äthiopien als auch das Königreich Libyen seine Auslieferung forderten. Jedoch wurde Graziani niemals fĂŒr in Afrika stattgefundene Kriegsverbrechen belangt, obwohl ihn auch die United Nations War Crimes Commission als einen der grĂ¶ĂŸten italienischen Kriegsverbrecher listete. FĂŒr seine Kollaboration mit dem NS-Regime wurde Graziani schließlich 1950 zu 19 Jahren Haft verurteilt, allerdings nach vier Monaten begnadigt.

Nach seiner Freilassung wurde er EhrenprĂ€sident der neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano. In Italiens rechtsextremer Szene wird Graziani bis in die Gegenwart verehrt. Im Jahr 2012 sorgte die mit öffentlichen Geldern finanzierte Errichtung eines Graziani-Mausoleums in der Stadt Affile fĂŒr einen internationalen Skandal.

Contents

‱ Leben
‱ Publizist
‱ Rezeption
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

FrĂŒhe Jahre (1882–1915)

Rodolfo Graziani wurde am 11. August 1882 als viertes von neun Geschwistern in der kleinen Ortschaft Filettino geboren, die in einer der Ă€rmsten Regionen Mittelitaliens lag. Sein Elternhaus gehörte dem KleinbĂŒrgertum an. Das Bezirksarzt-Gehalt seines Vaters Filippo reichte knapp aus, um den Schulbesuch seiner Söhne zu finanzieren. Seine Mutter, Adelia Climenti, war die Tochter eines ViehzĂŒchters. Seine frĂŒhe Kindheit und Jugend verbrachte Graziani mit seiner Familie in Affile, wo der Vater beruflich tĂ€tig war. Seine Schulbildung erhielt Graziani zunĂ€chst am Gymnasium des Priesterseminar von Subiaco und danach am Torquato-Tasso-Gymnasium in Rom. Anschließend schrieb er sich 1902 fĂŒr ein zweijĂ€hriges Studium an der juristischen FakultĂ€t ein, welches er jedoch nicht abschloss; stattdessen schlug er eine Laufbahn beim MilitĂ€r ein.cite-ref-dbi-1-0[1]cite-ref-guerrazzi21-2-0[2]

Da die finanziellen Mittel seiner Familie fĂŒr einen Besuch der renommierten MilitĂ€rschulen in Modena oder Nunziatella nicht ausreichten, war Graziani nach seiner Einberufung zum 94. Infanterieregiment gezwungen, einen Kurs fĂŒr angehende Reserveoffiziere zu besuchen. Am 4. April 1903 wurde er zum Gefreiten, am 4. Juli 1903 zum Unteroffizier und am 1. Mai 1904 schließlich zum Unterleutnant befördert. Danach wurde Graziani dem 92. Infanterieregiment in Viterbo zugeteilt. Zwei Jahre spĂ€ter gewann er das Auswahlverfahren fĂŒr die Aufnahme als Offizier im stĂ€ndigen Dienst fĂŒr das 1. Grenadierregiment Granatieri di Sardegna. Im Oktober 1906 zog er fĂŒr neun Monate nach Parma, um den Aufbaukurs an der Infanterieschule zu absolvieren.cite-ref-dbi-1-1[1]cite-ref-guerrazzi21-2-1[2]

Aus Abenteuerlust ersuchte er anschließend um seine Versetzung in die afrikanische Kolonie Eritrea. Seine Bewerbung wurde im Dezember 1908 angenommen, und er wurde dem 1. indigenen Battalion zugeteilt, das in der Ortschaft Adi-Ugri der Provinz Serae stationiert war. Bis zum Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg blieb Graziani mit Unterbrechungen in Afrika. In den ersten vier Jahren absolvierte Graziani sein Kolonialnoviziat, wobei er zweimal aufgrund schwerer gesundheitlicher Probleme ausfiel: der Biss einer Giftschlange sowie ein heftiger Malariaanfall. Er wurde zunĂ€chst in den KrankenhĂ€usern von Asmara und Massawa Ă€rztlich behandelt, musste aber Ende 1912 auf einer Bahre in den Hafen von Neapel gebracht werden. Dieser gesundheitliche Ausfall hinderte ihn auch an der Teilnahme am Libyenkrieg von 1911/12. Erst 1914 bis 1915 konnte er nach Libyen gehen.cite-ref-dbi-1-2[1]cite-ref-guerrazzi21-2-2[2]

Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit (1915–1921)

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges boten die KĂ€mpfe in Norditalien ambitionierten jungen Offizieren der italienischen Armee ein beispielhaftes BetĂ€tigungsfeld zur eigenen Profilierung. Graziani trat im Rang eines Hauptmannes in den militĂ€rischen Konflikt ein und war zum Kriegsende 1918 im Alter von 36 Jahren zum jĂŒngsten Oberst des italienischen Heeres aufstiegen – und einem der höchstdekorierten. WĂ€hrend des Weltkrieges wurde Graziani dreimal verwundet sowie vom Erstickungsgas erfasst. Gleichzeitig zeichnete er sich an der Isonzo- und spĂ€ter der Piave-Front als Meister der Manöver aus (vor allem bei der Eroberung des Monte San Michele und in der Schlacht am Beretta-Pass). Bei Kriegsende wurde er als Kommandeur des 61. Infanterie-Regiments nach Mazedonien geschickt, wo er eine Region nahe Saloniki als Garnison besetzte. Die Mission war jedoch nur von kurzer Dauer, denn im August 1919 war das Regiment bereits in sein Hauptquartier in Parma zurĂŒckgefĂŒhrt worden.cite-ref-dbi-1-3[1]cite-ref-guerrazzi21-2-3[2]

Die frĂŒhen Nachkriegsjahre gestalteten sich fĂŒr die soziale Gruppe des Offizierskorps als Trauma. Trotz des militĂ€rischen Sieges, infolge dessen sich die Offiziere den „Dank des Vaterlandes“ erwartet hatten, wurden sie Anfang 1919 Ziel einer sozialistischen Propagandakampagne, welche sie fĂŒr sĂ€mtliche Probleme der Arbeiterschaft seit 1915 verantwortlich machte. Graziani befand sich in dieser Zeit mit seinen Soldaten in Parma und war fĂŒr die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zustĂ€ndig. Dabei wurde er vom linken „RevolutionĂ€ren Komitee“ der Stadt mit dem Tode bedroht. Wie die Mehrheit der italienischen Offiziere sah auch Graziani im Sozialismus nicht nur eine aktuelle Gefahr, sondern die Wurzel allen Übels. Diese antisozialistische Einstellung fĂŒhrte bei vielen MilitĂ€rs zum Verlust des Vertrauens in das liberale System, da die liberale Regierung nicht in der Lage war, das Prestige der Armee zu wahren und den militĂ€rischen Erfolg wĂ€hrend des Weltkrieges auch in einen politischen umzuwandeln.cite-ref-dbi-1-4[1]cite-ref-3[3]

FeldzĂŒge und Genozid in Nordafrika (1922–1934)

→

Hauptartikel

:

Zweiter Italienisch-Libyscher Krieg

Im Oktober 1921 wurde Graziani als jĂŒngster Oberst der italienischen Armee nach Nordafrika entsandt, um zusammen mit anderen Offizieren die vom tripolitanischen Gouverneur Giuseppe Volpi geplante Offensive gegen Tripolitanien zu unterstĂŒtzen. In weiterer Folge kam Graziani das Hauptverdienst bei der Eroberung Tripolitaniens und anschließend an der Besetzung des Fessan zu. Der Feldzug konzentrierte sich zunĂ€chst auf Nord-Tripolitanien. Im April 1922 gelang Graziani in nur zehn Tagen die Besetzung des gesamten KĂŒstenstreifens von Tripolis bis Zuwara. Am 30. April befreiten seine Truppen die vom tripolitanischen Widerstand belagerte Stadt al-ÊżAzÄ«zÄ«ya, bis Mitte Mai kontrollierten die Italiener auch die gesamte Ebene von al-Dschifara. Ende Mai begann Graziani mit der „Pazifizierung“ des Dschabal Nafusa Gebirges und eroberte am 5. Juni die Stadt Nalut an der Grenze zu Tunesien. Die Ernennung Benito Mussolinis zum MinisterprĂ€sidenten und der Eintritt seines faschistischen Partei in die italienische Regierung im Oktober hatten zunĂ€chst keine Konsequenzen fĂŒr den Libyenkrieg. Am 31. Oktober meldete Graziani die Eroberung der Stadt Yafran, im November 1922 vollendete er die Besetzung des Dschabal Nafusa-Berglandes zwischen Nalut und Gharian.cite-ref-mattioli46-4-0[4]cite-ref-wright135-5-0[5]

Bei seinen Kampagnen modernisierte Graziani den italienischen WĂŒstenkrieg. Sein Erfolgsrezept beinhaltete schnelle TruppenvorstĂ¶ĂŸe mit gepanzerten Fahrzeugen, LuftunterstĂŒtzung sowie ungehemmte BrutalitĂ€t. Aufgrund der immer wieder von ihm angeordneten Massenhinrichtungen machte sich Graziani schon in Tripolitanien einen Namen als „AraberschlĂ€chter“cite-ref-mattioli46-4-1[4]cite-ref-wright135-5-1[5] bzw. als „SchlĂ€chter von Tripolis“.cite-ref-6[6]

Nachdem er im Januar und Februar 1930 die Eroberung des Fessan abgeschlossen hatte,cite-ref-rochat67-7-0[7] wurde Graziani von Mussolini zum Vizegouverneur der Cyrenaika ernannt. Die Situation in der Unruheregion verglich er in einem Brief an Generalgouverneur Pietro Badoglio mit einer Eiterbeule, die erbarmungslos herausgeschnitten gehöre, damit der infizierte Körper wieder gesunden könne.cite-ref-8[8] Die Parolen des faschistischen Regimes legte Graziani wörtlich aus und verstand daher die Pazifizierung Libyens als eine Unterwerfung von „Barbaren“ durch „Römer“.cite-ref-9[9] Auch ließ Graziani sogenannte „fliegende Gerichte“ einrichten. Diese Spezialtribunale wurden per Flugzeug zu verschiedenen Ortschaften in der Cyrenaika gebracht, um ĂŒber „auf frischer Tat ertappte StraftĂ€ter“ zu richten. Die Prozesse fanden öffentlich vor der lokalen Bevölkerung statt und endeten mit dem sofortigen Strafvollzug an den Verurteilten. WĂ€hrend seines ersten Regierungsjahres in der Cyrenaika ließ Graziani 520 solcher Gerichtsprozesse durchfĂŒhren, wobei etwa 119 Personen hingerichtet und 117 inhaftiert wurden.cite-ref-10[10]

1930 ließ Graziani auf Anordnung von Generalgouverneur Badoglio 100.000 Menschen der Cyrenaika – die HĂ€lfte der dortigen Gesamtbevölkerung – in Konzentrationslager in Libyen deportieren. Rund 10 % der Deportierten ĂŒberlebten schon die Strapazen der Deportationen nicht, mindestens 40.000 weitere starben zwischen 1930 und 1933 in den faschistischen Konzentrationslagern. Diese Periode des italienischen Kolonialkrieges wird von zahlreichen Historikern als Völkermord eingestuft. Insgesamt fielen der faschistischen Wiedereroberung Libyens von 1923 bis 1933 rund 100.000 Libyer zum Opfer.

General Graziani hob 1930 hervor: „Die Regierung ist in aller Ruhe entschlossen, die Menschen zum elendesten Hungertod zu bringen, wenn sie den Befehlen nicht vollstĂ€ndig gehorchen.“cite-ref-11[11]

Siehe auch

:

Italienische Kriegsverbrechen in Libyen

Giftgaskrieg und Terrorherrschaft in Ostafrika (1935–1937)

→

Hauptartikel

:

Abessinienkrieg

und

Italienisch-Ostafrika

Grazianis berĂŒchtigte BrutalitĂ€t trat auch in dem Slogan zu Tage, der ihm nach seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber der SĂŒdfront zugeschrieben wurde: „Der Duce soll Äthiopien bekommen, mit oder ohne Äthiopiern, ganz wie er es wĂŒnscht.“cite-ref-12[12]

Von 1935 bis 1936 nahm Graziani am Italienisch-Äthiopischen Krieg teil und befehligte die VerbĂ€nde, die Abessinien von Italienisch-Somaliland aus angriffen. Nach der Eroberung Harars ernannte ihn Mussolini zum Marschall von Italien und Marchese di Neghelli. Als Kriegsziel nannte er die „vollstĂ€ndige Vernichtung der abessinischen FĂŒhrung und Eliten“ und hielt General Guglielmo Nasi, MilitĂ€rgouverneur von Harar, an, diesen Auftrag in seinem Befehlsbereich „vollstĂ€ndig“ auszufĂŒhren.cite-ref-13[13] In einem Schreiben vom 10. Januar 1936 an General Mario Bernasconi Ă€ußerte sich Graziani befriedigt ĂŒber den Erfolg des von ihm befohlenen Einsatzes von Senfgas und Phosgen im Vormonat.cite-ref-14[14] Zwischen 24. Dezember 1935 und 27. April 1936 setzten Grazianis StreitkrĂ€fte an der SĂŒdfront insgesamt 44 Tonnen Giftgas ein: 95 schwere C.500.T-Bomben, 186 der 21-Kilogramm-Yperit-Bomben, 325 Phosgen-Bomben.cite-ref-15[15] Am 12. Januar 1936 startete Graziani in Absprache mit der FĂŒhrung in Rom seine als Vernichtungsfeldzug definierte Offensive gegen Ras Damtus Armee sowie die diese unterstĂŒtzende Zivilbevölkerung.cite-ref-16[16] Insbesondere an der SĂŒdfront kam es im Ogaden-Gebiet zu außergewöhnlich brutalen „SĂ€uberungsaktionen“ gegen feindliche Ă€thiopische Stellungen. Dazu schrieb General Graziani:

„Da uns keine Tanks [Panzer] zur VerfĂŒgung stehen, muss jede Erdhöhle einzeln erledigt werden, indem man sie zunĂ€chst aus einer Entfernung von 30–40 m mit Artilleriefeuer belegt und sie dann mit Benzin ĂŒbergießt, das durch Handgranaten in Brand gesetzt wird. Nur auf diese Weise ist es möglich, der hartnĂ€ckigen Verteidigung Herr zu werden.“cite-ref-17[17]

Im Mai 1936 befahl er als Oberkommandierender der SĂŒdarmee, alle in Gefangenschaft geratenen „Rebellen“ erschießen zu lassen.cite-ref-18[18] Da Badoglio, der in diesem Krieg die Gesamtoperationen geleitet hatte, auf das Amt des Vizekönigs von Äthiopien verzichtet hatte, ĂŒbernahm Graziani diesen Posten. Am 19. Februar 1937 wurde er Ziel eines Anschlags, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen und etwa 50 weitere verletzt wurden. Graziani selbst blieb weitgehend unverletzt. In der Folge ließ er in „Vergeltungsaktionen“ Tausende ermorden (Massaker von Addis Abeba). Im Massaker von Debre Libanos in der gleichnamigen Klosterstadt wurden auf Befehl Grazianis etwa 2000 Ă€thiopisch-orthodoxe Geistliche und Pilger erschossen. Graziani vermeldete an Mussolini zum Massenmord:

„Es erfĂŒllt mich mit gerechtem Stolz, die GeistesstĂ€rke gehabt zu haben, Massnahmen [sic!] befohlen zu haben, die die Eingeweide des gesamten Klerus erzittern liessen [sic!], vom Abuna bis zum letzten Priester und Mönch. Von diesem Moment an verstanden sie die Notwendigkeit, von ihrer feindlichen Haltung uns gegenĂŒber abzulassen, wenn sie nicht radikal ausgerottet werden wollten.“cite-ref-19[19]

Auf den Widerstand der Ă€thiopischen Guerillakrieger in der Shewa-Region reagierte Graziani rhetorisch mit einem dreifachen „Eliminiert sie! Eliminiert sie! Eliminiert sie!“cite-ref-20[20] Der italienische Historiker Matteo Dominioni (2008) stuft Grazianis Politik gegenĂŒber den Amharen ZentralĂ€thiopiens von MĂ€rz bis Mai 1937 aufgrund der Systematik der UnterdrĂŒckung und der hohen Opferzahlen als einen „regelrechten Völkermord“ ein.cite-ref-21[21]

Wie schon im Libyenkrieg ließ Graziani nun auch in Ostafrika Konzentrationslager errichten, in denen die HĂ€ftlinge an Krankheiten und Hunger starben. Besondere BerĂŒhmtheit erlangte das Lager Danane, in dem tĂ€glich 15 bis 30 Menschen ums Leben kamen.cite-ref-22[22]

Scheitern in Ägypten und Demontage (1940–1943)

Im November 1939, nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, ernannte Mussolini Graziani zum Generalstabschef des Heeres und (nach Luftmarschall Italo Balbos plötzlichem Tod Mitte 1940) auch zum Generalgouverneur in Libyen und damit zum Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Nordafrika. Daneben fĂŒhrte Graziani persönlich auch die 10. Armee im Nordosten Libyens, wobei ihm gleichzeitig auch Italo Gariboldis 5. Armee im Nordwesten unterstand. Wegen dieser ÄmterhĂ€ufung konnte sich Graziani nicht um den Heeresgeneralstab in Rom kĂŒmmern. Sein langjĂ€hriger Widersacher Badoglio war Chef des Comando Supremo, jedoch fehlte es diesem Stab an der nötigen Infrastruktur, weswegen er sich hĂ€ufig auf den Heeresgeneralstab des abwesenden Graziani stĂŒtzen musste. Obwohl Graziani ĂŒberzeugter Faschist war, war er zugleich (wie Balbo und RĂŒstungskommissar Carlo Favagrossa) gegen einen italienischen Kriegseintritt an der Seite Hitlers. Durch allerlei VorwĂ€nde verzögerte er den von Mussolini befohlenen Angriff auf die Briten in Ägypten, bis dieser drohte, ihn abzusetzen.

Unter Grazianis FĂŒhrung griffen von den zehn kaum motorisierten Divisionen der 10. italienischen Armee vier Infanteriedivisionen zusammen mit einer leicht gepanzerten Kampfgruppe Ägypten an und drangen bis Sidi el Barrani vor, wo sie wegen angeblicher Nachschubprobleme und Wasserknappheit stoppten. Aus politischen GrĂŒnden verbot Mussolini bis 1941 die Verlegung der motorisierten und gepanzerten italienischen Divisionen von der Poebene nach Nordafrika, wo sie die einzigen in dieser Region brauchbaren KrĂ€fte gewesen wĂ€ren. Grazianis langjĂ€hrige Erfahrung bei der Niederschlagung von AufstĂ€nden und bei der FĂŒhrung von Kolonialkriegen beeinflussten ganz wesentlich seine OperationsfĂŒhrung, wobei er nicht voll erkannte, dass er einen europĂ€ischen Krieg in der afrikanischen WĂŒste nach völlig neuartigen Kriterien zu fĂŒhren hatte. Der Gegenangriff der britischen PanzerverbĂ€nde auf die unmotivierten Fußsoldaten Grazianis (→ Operation Compass) fĂŒhrte schnell zum Zusammenbruch der 10. Armee und zur Entsendung des Deutschen Afrikakorps unter Erwin Rommel. Auch die wenigen motorisierten und gepanzerten italienischen VerbĂ€nde wurden endlich nach Nordafrika verlegt. Graziani kam im Februar 1941 nach Italien zurĂŒck, wo man ihn auch seines Postens als Chef des Heeresgeneralstabs enthob (Nachfolger: Mario Roatta) und umgehend Ermittlungen gegen ihn einleitete. Bis zur Verhaftung Mussolinis im Juli 1943 erhielt er kein Kommando mehr.

Kriegsminister der RSI (1943–1945)

Rehabilitiert wurde Graziani von Mussolini erst nach der GrĂŒndung der faschistischen Italienischen Sozialrepublik (kurz RSI bekannt auch als Republik von SalĂČ). Als „einzig verfĂŒgbare Galionsfigur“ des alten faschistischen Regimes wurde Graziani am 23. September 1943 zum Kriegsminister des neuen Staates ernannt.cite-ref-dbi-1-5[1]cite-ref-23[23]cite-ref-osti25-24-0[24]cite-ref-faz27-25-0[25] Er war somit der einzige italienische Marschall, der Mussolini bis zum Ende folgte.cite-ref-26[26] Als eines seiner Hauptmotive dafĂŒr gilt sein Rachewunsch gegenĂŒber Badoglio (dem nun ersten postfaschistischen MinisterprĂ€sidenten des Königreichs Italien) und allen anderen, die er als TotengrĂ€ber seiner Karriere betrachtete.cite-ref-27[27] Grazianis vorrangige Aufgabe bestand in der Aufstellung eines neuen Heeres, welches den Krieg an der Seite des „Dritten Reiches“ fortsetzen und dem RSI-Regime einen reinen Satellitenstatus ersparen könnte. Die Anzahl der dafĂŒr zur VerfĂŒgung stehenden Rekruten war jedoch beschrĂ€nkt. Gedacht werden konnte nur an eine Reaktivierung der etwa 600.000 italienische Soldaten, die nach dem 8. September als „MilitĂ€rinternierte“ nach NS-Deutschland verschleppt worden waren, oder an neue Einberufungsversuche in Italien selbst.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]

Mit zunehmend verschĂ€rften Zwangsmaßnahmen gelang Graziani bis April 1944 eine Mobilisierung von 245.000 Rekruten fĂŒr das neue Republikanische Nationalheer. Im Falle einer Wehrdienstverweigerung ging das RSI-Regime mit Sippenhaftung gegen die Familien der Betroffenen vor. In etlichen FĂ€llen wurden die Eltern der Stellungspflichtigen verhaftet, außerdem drohte ihnen der Entzug von Lebensmittelkarten und Jagderlaubnissen oder die Konfiszierung von Eigentum.cite-ref-30[30] DarĂŒber hinaus galt seit dem 18. Februar 1944 – nach einem von Graziani vorgelegten und von Mussolini unterzeichneten Gesetz – die Todesstrafe fĂŒr alle Stellungsverweigerer. Sie sollten innerhalb von drei Tagen als „Deserteure vor dem Feind“ durch einen Schuss in die Brust hingerichtet werden. Bis Juni 1944 wurden auf diese Weise etwa 100 Wehrdienstverweigerer erschossen.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]

Gleichzeitig befand sich die neue RSI-Armee jedoch mit etwa 30.000 Desertionen bis Ende April 1944 bereits in einem Prozess der schleichenden Auflösung. Außerdem wurden das RSI-Heer nicht wie von Mussolini gewĂŒnscht an der Front gegen die angloamerikanischen StreitkrĂ€fte eingesetzt, sondern zu verschiedenen HilfsverbĂ€nden der deutschen Wehrmacht degradiert. So wurden die beiden RSI-Divisionen „Monte Rosa“ und „San Marco“, die mit ihren 30.000 Mann zur deutsch-italienischen Armeegruppe Ligurien gehörten, die formal unter dem Oberbefehl Grazianis stand, nur zur KĂŒstensicherung Liguriens und vor allem zur PartisanenbekĂ€mpfung in Italien eingesetzt. Von den verbliebenen RSI-Soldaten unterstanden 41.000 direkt dem deutschen Oberkommando, und weitere 60.000 waren als Arbeitssoldaten den ĂŒbrigen deutschen Armeekorps zugeteilt. Unter dem direkten Oberbefehl Grazianis verblieben somit nur 43.000 Mann, die allerdings hauptsĂ€chlich in den Regional- und Provinzialkommandos der RSI sowie den örtlichen WehrmeldeĂ€mtern benötigt wurden.cite-ref-33[33] Die geplante Aufstellung eines neuen faschistischen Heeres, welches die „Schmach“ der italienischen „Kapitulation“ von 1943 und den damit einhergehenden „Verrat“ am deutschen AchsenverbĂŒndeten durch einen grĂ¶ĂŸeren Kampfbeitrag an der Front tilgen sollte, war somit bereits im FrĂŒhjahr 1944 gescheitert. Daher verlagerte Mussolini seinen Fokus von Grazianis Heer hin zu den bewaffneten Milizen der republikanisch-faschistischen Partei.cite-ref-34[34]

Als Kriegsminister konnte sich Graziani einerseits gegenĂŒber Mussolini und anderen RSI-Faschisten mit der Forderung nach einer „unpolitischen Armee“ durchsetzen. Die offiziell ihm unterstehende Armee Ligurien, die neben drei deutschen Divisionen auch vier in Deutschland ausgebildete italienische Divisionen umfasste, stand jedoch hauptsĂ€chlich unter Kontrolle der deutschen Besatzungsmacht. Die italienischen Einheiten wurden zudem nicht an der Front, sondern im Hinterland zur BekĂ€mpfung und Verfolgung von Partisanen eingesetzt.cite-ref-dbi-1-6[1]cite-ref-osti25-24-1[24]cite-ref-faz27-25-1[25] Insgesamt kamen in der RSI etwa 30.000 Angehörige der Resistenza bei KĂ€mpfen mit deutschen Besatzungstruppen oder RSI-Soldaten ums Leben. ZusĂ€tzlich töteten nazifaschistische Einheiten zwischen 10.000 und 23.600 unbewaffnete Zivilisten bei Massakern.cite-ref-35[35] Infolgedessen stand Graziani ganz oben auf der Liste jener hochkarĂ€tigen RSI-Faschisten, welche im Zuge der landesweiten Erhebung am 25. April 1945 erschossen werden sollten.cite-ref-dbi-1-7[1]

Graziani konnte sich dem Schicksal Mussolinis, der in Dongo von kommunistischen Partisanen aufgespĂŒrt und anschließend erschossen wurde, entziehen. Er gehörte zwar dem Gefolge Mussolinis an, der am Abend des 25. April von Mailand nach Como aufgebrochen war, blieb aber mit seiner Begleitung in Como zurĂŒck. Am 27. April ergab er sich im Quartier von Karl Wolff in Cernobbio am Comer See dem US-Offizier Emilio Q. Daddario vom US-amerikanischen Nachrichtendienst OSS.cite-ref-36[36] Zwei Tage spĂ€ter unterzeichneten deutsche EmissĂ€re stellvertretend fĂŒr Generaloberst Heinrich von Vietinghoff als Oberbefehlshaber SĂŒdwest und stellvertretend fĂŒr Karl Wolff als „Höchsten SS- und PolizeifĂŒhrer“ in Italien den Waffenstillstand von Caserta, womit die Kapitulation aller dem Oberbefehlshaber SĂŒdwest unterstehenden Truppen in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 wirksam wurde. Da die Alliierten die Italienische Sozialrepublik offiziell nicht anerkannten, hatte Graziani zuvor Karl Wolff eine dementsprechende Vollmacht ausgestellt.

Inhaftierung, Anklagen und Prozess (1945–1950)

Noch am 27. April wurde Graziani von Cernobbio nach Mailand eskortiert, bevor er am 29. April 1945 zum Kommando des 4. amerikanischen Panzerkorps in Ghedi gebracht wurde. SpĂ€ter, nach einem kurzen Aufenthalt in Rom, wurde er nach Algerien geflogen, wo er als einfacher Kriegsgefangener im britischen Kriegsgefangenenlager Camp 211 festgehalten wurde. Ungeachtet der von der United Nations War Crimes Commission (UNWCC) vorgelegten Beweise fĂŒr die von Graziani befohlenen Kriegsverbrechen verhinderte die britische Regierung die von der Ă€thiopischen Regierung geforderte Auslieferung Grazianis fĂŒr ein Strafverfahren vor einem Ă€thiopischen Gericht.cite-ref-37[37] Am 16. Februar 1946 ĂŒbergaben ihn die Alliierten der italienischen Justiz und am nĂ€chsten Tag kam er ins GefĂ€ngnis von Procida. Im GefĂ€ngnis, zuerst in US-amerikanischem und spĂ€ter in italienischem Gewahrsam, schrieb Graziani einige BĂŒcher, in denen er seinen „Dienst am Vaterland“ verteidigte.

Ende 1946 wurde er von Procida nach Rom in das GefĂ€ngnis von Forte Boccea verlegt und dann, da sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, in das MilitĂ€rkrankenhaus von Celio. Am 11. Oktober 1948 begann sein Prozess vor dem Assisengericht in Rom. Im Februar 1949 erklĂ€rte sich das Gericht nicht zustĂ€ndig und verwies den Fall an die MilitĂ€rgerichtsbarkeit. Ein MilitĂ€rtribunal verurteilte Graziani am 2. Mai 1950 schließlich „wegen militĂ€rischer Kollaboration mit den Deutschen“, nicht wegen seiner Verbrechen in Afrika, zu 19 Jahren Haft. Doch nachdem er davon nur vier Monate verbĂŒĂŸt hatte, wurde er noch im selben Jahr begnadigt.cite-ref-dbi-1-8[1] Nach seiner UnabhĂ€ngigkeit 1951 forderte auch das Königreich Libyen die Auslieferung Grazianis und Badoglios. Dies wurde von Italien – mit Zustimmung der USA und Großbritanniens – ignoriert.cite-ref-38[38]

Letzte Jahre (1950–1955)

Seine letzten Jahre verbrachte Graziani zwischen seinen beiden Wohnsitzen in Arcinazzo und im römischen Stadtteil Parioli. Auf Einladung der Neofaschisten des Movimento Sociale Italiano (MSI) kehrte er in die Politik zurĂŒck und versuchte zunĂ€chst erfolglos, die diversen rechtsradikalen Gruppierungen Italiens zu vereinen. Im MĂ€rz 1953 wurde er schließlich EhrenprĂ€sident des MSI, als der er in PutschplĂ€ne gegen die Republik involviert war.cite-ref-dbi-1-9[1]cite-ref-faz27-25-2[25] GegenĂŒber dem jungen Ă€thiopischen KĂŒnstler Afewerk Tekle, der Graziani in Rom darauf ansprach, ob er sein Vorgehen wĂ€hrend des Abessinienkrieges bereue, entgegnete Graziani, dass er im Gegenteil sehr stolz auf alle seine „Errungenschaften“ sei.cite-ref-39[39] Erkrankt an einem GeschwĂŒr im Zwölffingerdarm, starb Graziani am 11. Januar 1955 in Rom.cite-ref-dbi-1-10[1]cite-ref-faz27-25-3[25]

Publizist

Seine autobiografischen Werke setzte Graziani gezielt fĂŒr Propaganda in einiger Sache ein, weshalb er sie relativ zeitnah mit seinen militĂ€rischen Erfolgen in Libyen und Äthiopien veröffentlichte.cite-ref-rochat67-7-1[7] Er förderte dabei auch den Kult um seine Person, in dem er sich in seinen zahlreichen Schriften zum „BannertrĂ€ger imperialer Expansion in der Nachfolge der Eroberer aus dem antiken Rom und zu einem FĂŒhrer der Avantgarde des faschistischen neuen Menschen“ stilisierte.cite-ref-40[40] Sein literarisches Idol fand er im römischen Historiker Tacitus, dessen Stil er zu imitieren versuchte. In Tacitus’ „Historien“ werden von Soldaten erkĂ€mpfte glorreiche Siege beschrieben, die anschließend angeblich von intriganten Politikern in der Heimat zunichtegemacht worden seien.cite-ref-41[41]

Bereits zu seinen FeldzĂŒgen in Libyen verfasste Graziani mehrere BĂŒcher, so Verso il Fezzan („Gegen den Fessan“, 1929), Cirenaica pacificata („Pazifizierte Cyrenaika“, 1932) und La riconquista del Fezzan („Die RĂŒckeroberung des Fessan“, 1934). Diese Werke wurden anschließend in Grazianis Pace romana in Libia („Römischer Friede in Libyen“, 1937) zusammengefasst. In der Arbeit ĂŒber die Cyrenaika und der anschließenden Zusammenfassung werden die beiden entscheidenden Jahre 1930 und 1931 rekonstruiert, in denen der Widerstand der Senussi gebrochen wurde. Grazianis Darstellungen stellen fĂŒr Historiker auch heute noch ĂŒberaus bedeutende Quellen dar, da er die Ereignisse zwar oft nicht wahrheitsgetreu wiedergab, sich aber zum Zeitpunkt des Verfassens von Rom ausreichend abgesichert fĂŒhlte, um auch ĂŒber seine brutalen UnterdrĂŒckungsmethoden zu berichten. So schreibt er deutlich von Konzentrationslagern fĂŒr zehntausende Personen im Sommer 1931, wobei die Veröffentlichungen auch zahlreiche Fotografien der Lager enthalten. Beide BĂŒcher waren in den 1930er Jahren weit verbreitet. Graziani pflegt darin ein apologetisches Narrativ und verteidigt die Internierung der cyrenĂ€ischen Bevölkerung als Akt der „Zivilisierung“ und „legale“ Bestrafung fĂŒr eine in seiner Sicht widerspenstige und gefĂ€hrliche Nomadenpopulation.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-rochat67-7-2[7]cite-ref-45[45] Seinen „faschistischen Limes“ – den hunderte Kilometer langen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Ägypten – verglich er mit der Chinesischen Mauer.cite-ref-46[46]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen drei BĂŒcher von und ĂŒber Graziani, die als bedeutende Quellen zum VerstĂ€ndnis seiner Denkweise und seines Charakters gelten: Zum einen Grazianis Autobiografie Una vita per Italia sowie seine 1950 fĂŒr den Prozess publizierte Apologie, andererseits das Buch seines ehemaligen Mitarbeiters Emilio Canevari mit dem Titel Graziani mi ha detto („Graziani sagte mir“) von 1947.cite-ref-47[47]

Rezeption

Graziani-Kult und sonstige Beurteilung im Faschismus

Graziani war einer der berĂŒhmtesten MilitĂ€rs wĂ€hrend der faschistischen Diktatur.cite-ref-guerrazzi21-2-4[2] Schon wĂ€hrend seiner erfolgreichen FeldzĂŒge im Libyenkrieg wurde er in der italienischen Presse als „brillanter“ Kolonialoffizier,cite-ref-48[48] genuin „faschistischer Held“ und RĂ€cher des „Römertums“ gefeiert und gehuldigt.cite-ref-49[49]cite-ref-rochat66-50-0[50] Im Zuge seiner militĂ€rischen Erfolge in Abessinien und seines entschlossenen Vorgehens gegen jede Art von Widerstand wurde er von der faschistischen Propaganda endgĂŒltig als Musterbeispiel und Modell jener „neuen Menschen“ und faschistischen Italiener prĂ€sentiert, deren Schaffung eines der wichtigsten ideologischen Ziele des Mussolini-Regimes war. Somit stieg Graziani zu einer Ikone der faschistischen Diktatur Italiens auf.cite-ref-51[51]

Einer der fĂŒhrenden faschistischen Intellektuellen, Paolo Orano, erklĂ€rte 1936 in seiner Schrift Rodolfo Graziani generale scipionico, dass Graziani ein Soldat im wahrsten Sinne des Wortes sei, ein „Mann, der befiehlt und gehorcht, RatschlĂ€ge erteilt, ermahnt sowie erschießt und – wenn nötig – erhĂ€ngt“. In einem weiteren Buch aus dem gleichen Jahr von Ugo Caimpenta heißt es: „MĂ€nner wie Graziani verstĂ€rken die schlummernden oder jedenfalls vernachlĂ€ssigten Tugenden einer Rasse. Es sind MĂ€nner solchen Zuschnitts und solchen Glaubens, die eine Epoche beschließen und eine neue eröffnen.“ Graziani sei dazu entschlossen „der faschistischen Zivilisation den Weg zu bahnen, die im Zeichen des LiktorenbĂŒndels die wahre Erbin der römischen Tugenden ist“.cite-ref-52[52] Auch im nationalsozialistischen Deutschen Reich entwickelte sich infolge des Abessinienkrieges ein Heldenkult um Graziani als Inbegriff des neuen faschistischen HeerfĂŒhrers. Seine veröffentlichten Kriegserinnerungen erschienen im „Dritten Reich“ bald in einer deutschen LizenzĂŒbersetzung.cite-ref-mattioli191-53-0[53]

Infolge von Grazianis Unvermögen, den Guerillakrieg der abessinischen Widerstandsgruppe der „Patrioten“ erfolgreich zu beenden, verĂ€nderte sich jedoch seine Wahrnehmung bei Mussolini. Dieser schrieb in seinem Abberufungsbrief, dass Graziani einer seiner „wertvollsten Mitarbeiter und einer der großen Urheber des afrikanischen Sieges“ gewesen sei. Gleichzeitig ließ Mussolini aber in seinem privaten Umfeld verlauten, dass Graziani sich zwar als KriegsfĂŒhrer bewiesen, jedoch die Kolonie schlecht regiert habe.cite-ref-mattioli191-53-1[53]

Graziani-Verehrung nach 1945

Grazianis Beerdigung in Rom 1955 wurde von einer großen neofaschistischen Demonstration des Movimento Sociale Italiano begleitet, an der etwa 200.000 Sympathisanten teilnahmen.cite-ref-54[54] Im Jahr 1986 ließ Romano Misserville, der neofaschistische MSI-BĂŒrgermeister von Frosinone in der Provinz Latium, unter Protesten ein Museum zu Ehren Grazianis in seiner Gemeinde errichten. Misserville begrĂŒndete den Schritt damit, den Tourismus ankurbeln zu wollen.cite-ref-55[55]

Am 11. August 2012 wurde in Affile in der Region Lazio im Parco di Radimonte ein mit Subventionsgeldern der Region und der Gemeinde errichtetes Mausoleum zu Ehren von Graziani im Beisein von neofaschistischen BĂŒrgern und dem BĂŒrgermeister Ercole Viri (Fratelli d’Italia) sowie kirchlichen Vertretern eingeweiht, was den Protest einer Ă€thiopischen Delegation vor dem UNO-Hauptquartier in New York auslöste.cite-ref-faz27-25-4[25]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Im April 2013 stellte der neugewĂ€hlte PrĂ€sident der Region Latium Nicola Zingaretti (PD) die Finanzierung der Region fĂŒr das Monument ein. Von einer RĂŒckforderung der bereits grĂ¶ĂŸtenteils ausgegebenen Gelder oder einem Abriss, wie aus seiner Partei gefordert, war jedoch keine Rede mehr.cite-ref-58[58] Im November 2017 wurde der BĂŒrgermeister von Affile wegen Verherrlichung des Faschismus zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 8000 Euro verurteilt, gegen zwei weitere Mitglieder des Gemeinderates wurde eine Freiheitsstrafe von jeweils sechs Monaten ausgesprochen. Geklagt hatte die Nationale Vereinigung der Partisanen Italiens ANPI. Das Urteil wurde im MĂ€rz 2019 in zweiter Instanz bestĂ€tigt.cite-ref-59[59]cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]

Im Jahr 2020 erschien das apologetische Buch Rodolfo Graziani. Il soldato e l’uomo („Rodolfo Graziani. Der Soldat und der Mensch“), welches auch auf Parteiveranstaltungen der postfaschistischen Fratelli d’Italia beworben wurde. Giovanni Pimpinelli vom italienischen Nachrichtenportal Trc Giornale bezeichnete Graziani daraufhin in einem Kommentar als einen „skrupelloser Mann“ und „Verbrecher, der in der Lage war, gegen die Patriotenbanden in den afrikanischen Gebieten, in denen er das Kommando hatte, militĂ€risch bedeutende Erfolge zu erzielen, nur um dann im Zweiten Weltkrieg in Libyen von den britischen StreitkrĂ€ften (der ersten echten Armee, mit der er es zu tun hatte) katastrophal und unerbittlich besiegt zu werden. Ein mittelmĂ€ĂŸiger ‚Soldat‘ also, und ein verachtenswerter Mensch“.cite-ref-62[62]

Historiographische Bewertung

Unter Historikern gilt Graziani als „der fĂ€higste und zugleich der berĂŒchtigste Kolonialoffizier, den das moderne Italien hervorgebracht hat“.cite-ref-mattioli46-4-2[4] Seine Kompetenz als TruppenfĂŒhrer Ă€ußerte sich unter anderem im gezielten und effektiven Einsatz motorisierter Kampfgruppen, womit Graziani den technischen Vorsprung der italienischen Armee gegenĂŒber den StreitkrĂ€ften der afrikanischen LĂ€nder zu Geltung brachte. Auch „sein hemmungsloser Ehrgeiz und sein schier grenzenloser Hunger nach Auszeichnungen“ werden als charakteristisch fĂŒr seine Person betrachtet.cite-ref-63[63] DarĂŒber hinaus erwarb er sich mit seinen brutalen Kriegsmethoden schon ab den frĂŒhen 1920er Jahren im Libyenkrieg bei der lokalen Bevölkerung einen Ruf als „SchlĂ€chter“ („SchlĂ€chter von Tripolis“,cite-ref-64[64] „SchlĂ€chter von Fessan“, „SchlĂ€chter von Libyen“). Zeitgenössische libysche Historiker bezeichneten ihn auch als Safaah Libya (arabisch: ŰłÙŰ§Ű­ Ù„ÙŠŰšÙŠŰ§, „Mörder Libyens“).cite-ref-65[65] Bezogen auf Libyen wird Grazianis Name insbesondere mit der endgĂŒltigen Niederschlagung der Widerstandsbewegung sowie dem von den Italienern verĂŒbten Genozid in der Cyrenaika Anfang der 1930er Jahre verbunden.cite-ref-rochat66-50-1[50] Auch im Zuge des Abessinienkrieges profilierte sich Graziani als „blutrĂŒnstiger General“cite-ref-66[66] und wurde als „SchlĂ€chter von Äthiopien“ berĂŒchtigt.cite-ref-67[67] Mit seiner „systematischen Politik des Terrors und der Vernichtung“ als Vizekönig und Generalgouverneur von Italienisch-Ostafrika (1936–1937)cite-ref-68[68] reprĂ€sentierte er „das dunkelste Gesicht der italienischen Herrschaft in Äthiopien“.cite-ref-69[69] In der Geschichtswissenschaft wird sein Terrorregime in Ostafrika immer wieder mit den spĂ€teren nationalsozialistischen Besatzungsverbrechen in Osteuropa verglichen.cite-ref-70[70]cite-ref-71[71]cite-ref-72[72] Dabei wird Graziani von Historikern je nach ZĂ€hlweise persönlich fĂŒr den gewaltsamen Tod von zehntausendencite-ref-73[73] bis hunderttausendencite-ref-74[74] Äthiopiern verantwortlich gemacht.

DarĂŒber hinaus bezeichnete man Graziani schon zur Zeit des Mussolini-Regimes als den grĂ¶ĂŸten Faschisten unter den GenerĂ€len des königlich-italienischen Heeres.cite-ref-guerrazzi21-2-5[2] Historiker stufen Graziani einerseits als einen „rĂŒcksichtslosen Karrieregeneral“ ein,cite-ref-75[75] andererseits aber auch als einen ĂŒberzeugten Faschisten,cite-ref-76[76]cite-ref-77[77] der dem Mussolini-Regime weitaus nĂ€her stand als die meisten hochrangigen Offiziere der italienischen Armee.cite-ref-rochat66-50-2[50] In der Historiographie werden dafĂŒr sowohl soziale als auch weltanschauliche GrĂŒnde angefĂŒhrt. Da Graziani weder im Hinblick auf seine Herkunft noch im Hinblick auf seinen Werdegang Teil der monarchistischen MilitĂ€relite war, bediente er sich seiner guten Kontakte zur faschistischen Partei als Karrieresprungbrett (in Libyen wurde er insbesondere von Emilio De Bono, spĂ€ter dann von Mussolini persönlich protegiert).cite-ref-78[78]cite-ref-rochat66-50-3[50] Andererseits passte die faschistische Ideologie aber auch gut zu Grazianis persönlichen Idealen: Er teilte den sich auf das Römische Reich beziehenden nationalen Chauvinismus der Faschisten, ebenso wie ihr Ziel einer aggressiveren Außenpolitik, die Feindschaft zum Sozialismus und eine allgemeine Verachtung fĂŒr die Demokratie.cite-ref-79[79]

Ein NaheverhĂ€ltnis zum Faschismus entwickelte Graziani spĂ€testens seit dem Jahr 1923, als er – als Auszeichnung fĂŒr seine bisherigen militĂ€rischen Leistungen in Libyen – die Ehrenmitgliedschaft in Mussolinis Partito Nazionale Fascista erhielt.cite-ref-80[80] Seit seiner Zeit als Vize-Gouverneur der Cyrenaika bezeichnete sich Graziani auch selbst offen als Faschist.cite-ref-rochat68-81-0[81] So verlautbarte er beim ersten Zusammentreffen mit seinen Mitstreitern in Bengasi 1930 in aller Klarheit: „Ich werde getreu den Prinzipien des faschistischen Staates handeln und erklĂ€re als aktiver Generalleutnant des Heeres, dass ich den faschistischen Prinzipien entschieden verpflichtet bin.“cite-ref-osti26-82-0[82]cite-ref-rochat68-81-1[81] Noch im selben Jahr publizierte Graziani einen kurzen Artikel in der Zeitung Oltremare, in dem er sich als „Faschist von Geburt an“ bezeichnete.cite-ref-83[83]

In weiterer Folge ließ Graziani kaum eine Gelegenheit aus, sich öffentlich zum Regime und „Duce“ zu bekennen. Als er im Mai 1938 im römischen Kapitol fĂŒr seine Leistungen ausgezeichnet wurde, erklĂ€rte er: „Duce! In diesem Moment, wenn die Ewige Stadt mich mit Ehre bedeckt, richten sich meine Gedanken an Sie, in voller Anerkennung dessen, dass Sie der Urheber und BegrĂŒnder des Imperiums sind. Seien Sie versichert, dass ich Ihnen immer und ĂŒberall dienen werde fĂŒr den Ruhm unseres imperialen und faschistischen Landes.“cite-ref-84[84] Am Ende der Zeremonie rief Graziani der versammelten Menge den verpflichtenden faschistischen Gruß Saluto al Duce („Gruß dem FĂŒhrer“) zu, wobei er dabei entgegen den Gepflogenheiten den italienischen König Viktor Emanuel III. völlig ignorierte.cite-ref-osti26-82-1[82] Seine faschistischen Überzeugungen Ă€ußerte Graziani auch als Kriegsminister der RSI öffentlich, wobei seine Rhetorik jener radikaler Faschisten wie Alessandro Pavolini oder Guido Buffarini-Guidi in nichts nachstand.cite-ref-85[85] So verkĂŒndete er am 9. Februar 1944:

„Kameraden! Um dem plutokratischen Konservatismus, dem demokratischen Kapitalismus und dem Bolschewismus, der alles zerstört, was ihm im Weg steht, die Stirn zu bieten, ist der reinste Gleichmacher der letzten drei Jahrzehnte aufgetaucht: die faschistische Idee, die Lösungen fĂŒr soziale Probleme gefunden hat, die die Menschheit seit Jahrtausenden plagen... [die faschistische Idee] erstrahlt heute in einem neuen, reinen und hellen Licht. Verkörpert in der wiedererstandenen Italienischen Sozialrepublik, wendet der Faschismus seine grundlegenden Postulate an und verwirklicht sie. Morgen wird diese Idee dem Land seine endgĂŒltige nationale und soziale Struktur verleihen! Kameraden! Im Angesicht des plutokratischen Konservatismus, der kapitalistischen Demokratie und der zerstörerischen Kraft des Bolschewismus treten wir hervor. Bewegt von den reinsten Ideen, schwören wir religiös, ein sicheres und richtiges Bewusstsein zu erlangen, das einen absoluten Glauben im Leben und im Tod garantiert.“cite-ref-86[86]

Zudem lobte Graziani ausdrĂŒcklich die italienische SS-Legion, welche an einigen der brutalsten Kriegsverbrechen gegen italienische Zivilisten beteiligt war. Am 30. Dezember 1944 erklĂ€rte er vor den LegionĂ€ren:

„Ihr seid die Treuesten unter den Treuen, ich wiederhole es, denn es ist nicht vergeblich, zu verdeutlichen, was Ihr bei der Gestaltung der wunderbaren Erlösung unseres Landes nach dem schĂ€ndlichen Verrat darstellt. Ihr habt nicht gezögert, und ihr hattet auch keine mehr oder weniger schwere Gewissenskrise. Sofort, ohne zu zögern, habt ihr gespĂŒrt, dass es keinen anderen Weg gibt als den der Ehre, indem ihr euch mit den deutschen Kameraden zusammengeschlossen habt und ohne Vorbehalte bereit wart, mit ihnen fĂŒr die gemeinsame Sache dieses Europas zu kĂ€mpfen, das nicht nur ein geographischer Ausdruck ist, sondern auf dem Weg, eine großartige RealitĂ€t zu werden.“cite-ref-87[87]

Gleichzeitig sieht Osti Guerrazzi den Marschall als ein Spiegelbild des faschistischen Regimes:

„In den Kolonien kĂ€mpfte er erfolgreich gegen einen unterlegenen Gegner, versagte aber, als er es mit gut ausgerĂŒsteten Truppen des britischen Empire zu tun bekam. Die Modernisierung des Heeres und die FĂ€higkeiten seiner GenerĂ€le, die der Faschismus so rĂŒhmte, erwiesen sich als tragischer Bluff. Den Panzertruppen der Briten konnte Mussolini wenig mehr entgegensetzen als einen General, der Sallust und Tacitus zitierte.“cite-ref-88[88]

Filmografische Rezeption

1980 entstand das Filmepos Omar Mukhtar – Löwe der WĂŒste des syrischen Regisseurs Moustapha Akkad als britisch-libysche Koproduktion, die die Geschichte des cyrenĂ€ischen WiderstandsfĂŒhrers Omar Mukhtar erzĂ€hlt. Es handelte sich dabei um den ĂŒberhaupt ersten Spielfilm, der sich mit italienischen Kriegs- und Besatzungsverbrechen in Afrika auseinandersetzte. Die Figur Grazianis wurde als eine der Hauptrollen im Film von Oliver Reed gespielt. Der Film wurde mit 30 Millionen US-Dollar vom Gaddafi-Regime finanziert und war in Italien lange Zeit verboten, da er als schĂ€dlich fĂŒr die Ehre der Armee galt. Erst 2009 wurde er erstmals im italienischen Fernsehen ausgestrahlt, wĂ€hrend des offiziellen Besuchs von Muammar al-Gaddafi in Italien.cite-ref-89[89]cite-ref-90[90]cite-ref-91[91]

Als Kriegsminister der faschistischen Republik von SalĂČ wird Graziani in Carlo Lizzanis Film Mussolini – Die letzten Tage von 1974 dargestellt, wo er als Figur von Rodolfo Dal Pra gespielt wird. Der Film behandelt die letzten Tage von Mussolinis Leben im April 1945.cite-ref-92[92]

Schriften (Auswahl)

‱ Verso il Fezzan. Cacopardo, Tripolis 1929.
‱ Cirenaica pacificata. Mondadori, Mailand 1932.
‱ L’avvenire economico della Cirenaica. Pinciana, Rom 1933.
‱ La riconquista del Fezzan. Mondadori, Mailand 1934.
‱ Pace romana in Libia. Mondadori, Mailand 1937.
‱ Il fronte sud. Mondadori, Mailand 1938.

‱ Somali-Front. Beck, MĂŒnchen 1940.

‱ Ho difeso la patria. Garzanti, Mailand 1947.
‱ Africa settentrionale, 1940-1941. Danesi, Rom 1948.
‱ Processo Graziani. 3 BĂ€nde. Ruffolo, Rom 1948.
‱ La Libia redenta. Storia di trent’anni di passione italiana in Africa. Torella, Neapel 1948.

Literatur

AufsÀtze, EnzyklopÀdische EintrÀge, Monographien

‱ Angelo Del Boca: Graziani, Rodolfo. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 58: Gonzales–Graziani. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2002, S. 829–835, (italienisch).
‱ Romano Canosa: Graziani: Il Maresciallo d’Italia dalla Guerra d’Etiopia alla Repubblica di SalĂČ. Mondadori, Mailand 2005.
‱ Giuseppe Mayda: Graziani l’Africano. Da Neghelli a SalĂČ. La Nuova Italia, Florenz 1992, ISBN 88-221-1062-5.
‱ Amedeo Osti Guerrazzi: Rodolfo Graziani. Karriere und Weltanschauung eines faschistischen Generals. In: Christian Hartmann (Hrsg.): Von Feldherren und Gefreiten. Zur biographischen Dimension des Zweiten Weltkriegs. De Gruyter, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-486-58144-7, S. 21–32.

Sonstige Literatur

‱ Asfa-Wossen Asserate, Aram Mattioli (Hrsg.): Der erste faschistische Vernichtungskrieg. Die italienische Aggression gegen Äthiopien 1935–1941. SH-Verlag, Köln 2006, ISBN 3-89498-162-8.
‱ Angelo Del Boca: I gas di Mussolini. Il fascismo e la guerra d’Etiopia. Editori riuniti, Rom 1996, ISBN 88-359-4091-5.

Weblinks

Commons

: Rodolfo Graziani

– Sammlung von Bildern

‱ Graziani, Rodolfo. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2025.
‱ Literatur von und ĂŒber Rodolfo Graziani im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Italy: Rodolfo Graziani Monument in Affile, Contested Histories Case Study #85. Contested Histories, 11. September 2023; abgerufen am 30. MĂ€rz 2025 (englisch).
‱ Zeitungsartikel ĂŒber Rodolfo Graziani in den Historischen Pressearchiven der ZBW
‱ Dirk SchĂŒmer: Das Mausoleum eines widerwĂ€rtigen Menschen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. August 2012; abgerufen am 30. MĂ€rz 2025 (kostenpflichtig).

Einzelnachweise

cite-note-dbi-11. ↑ Angelo Del Boca: Rodolfo Graziani. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI).
cite-note-guerrazzi21-22. ↑ Amedeo Osti Guerrazzi: Rodolfo Graziani. Karriere und Weltanschauung eines faschistischen Generals. S. 21.
cite-note-33. ↑ Amedeo Osti Guerrazzi: Rodolfo Graziani. Karriere und Weltanschauung eines faschistischen Generals. S. 22.
cite-note-mattioli46-44. ↑ Aram Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935–1941. ZĂŒrich 2005, S. 46.
cite-note-wright135-55. ↑ John Wright: A History a Libya. London 2012, S. 135.
cite-note-66. ↑ Dirk Vandevalle: A History of Modern Libya. 2. Auflage. New York 2012, S. 217.
cite-note-rochat67-77. ↑ Giorgio Rochat: The Repression of Resistance in Cyrenaica (1927–1931). In: Enzo Santarelli et al.: Omar Al-Mukhtar: The Italian Reconquest of Libya. London 1986 [1981], S. 35–116, hier S. 67.
cite-note-88. ↑ Aram Mattioli: Die vergessenen Kolonialverbrechen des faschistischen Italien in Libyen 1923–1933. S. 215f.
cite-note-99. ↑ John Wright: A History of Libya. New York 2012, S. 138 f.
cite-note-1010. ↑ Giorgio Rochat: The Repression of Resistance in Cyrenaica (1927–1931). In: Enzo Santarelli et al.: Omar Al-Mukhtar: The Italian Reconquest of Libya. London 1986 [1981], S. 35–116, hier S. 70.
cite-note-1111. ↑ Giorgio Rochat: The Repression of Resistance in Cyrenaica (1927–1931). In: Enzo Santarelli et al.: Omar Al-Mukhtar: The Italian Reconquest of Libya. London 1986 [1981], S. 35–116, hier S. 78.
cite-note-1212. ↑ Zitiert nach Angelo Del Boca: The Ethiopian War 1935–1941. Chicago 1969, S. 113.
cite-note-1313. ↑ Richard Pankhurst: Italian Fascist War Crimes in Ethiopia. A History of Their Discussion, from the League of Nations to the United Nations (1936–1949). In: Northeast African Studies. ISSN 0740-9133. Jg. 1999, Band 6, Nr. 1–2, 1999 (New Series), Nr. 1–2, S. 83–140, Zitat S. 127.
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